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Erz⸗Clubiſten Böhmer erkannt und ſuchten ſie aus dem Wagen zu bringen. Sie ſchrie entſetzlich, bemüht, mit ihrem vorgehaltenen Wickelkinde die Unholde zu beſänfti⸗ gen. Franz Karl ritt entſchloſſen an den Wagen. Frau Karoline erkannte ihn, und flehte um Schutz. Vergebens aber ſprach der ritterliche Freund den Wüthenden zu; keine Bitte, keine Vorſtellung fand Gehör, und es blieb ihm nichts übrig, als ſein Pferd zu ſpornen, und mit Ca⸗ priolen Platz um den einen Schlag zu gewinnen; wäh⸗ rend er gegen den andern mit Reitpeitſchenhieben ſeine Dame von den eingekrallten Händen eines Schifferknechtes frei zu machen ſuchte. Nun half er dem zitternden Weibe aus dem Wagen, und begleitete es mit gezogenem De⸗ gen, da er dieſe Waffe als Geleit auf der Reiſe angelegt hatte. Offenbar wirkte dabei der Muth und das Anſehen ſeiner Perſon mehr, als die rührende Weiſe, wie die Be⸗ drängte ihr Kind zwiſchen den zur Abwehr vor Verletzung geſpreizten Armen trug. Am Chauſſeehaus nahm Goethe die ihm von Franz Karl genannte und übergebene Frau mit Artigkeit in Empfang, und ſicherte ihr Schutz und gutes Fortkommen zu.
Inzwiſchen hatte man das fürchterliche Schreien Stum⸗ me's vom Felde her vernommen, und ſah durch das Gedränge manche der gräßlichen Bewegungen ſeiner Miß⸗ handlung. Franz Karl ritt nach der nächſten Lagerwacht, und rief zur Hülfe auf, die kaum noch zeitig genug kam, um des armen Mannes Leben zu retten. Zerſchlagen an allen Gliedern, mit blutend entſtelltem Geſicht, wurde er
unter Wachtgeleite nach dem nächſten Bauernhauſe ge⸗
bracht, und die Frau ihm ohnmächtig nachgetragen.


