Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

303

habe, wurde nicht angenommen.— Machen Sie ſich keine Sorge, ſagte der Dichter. Sie haben nur nach Oberdulm zu reiten, und finden ein gutes Nachtlager. Ich habe früher auch da geſchlafen. Wir beſtellen Ihr Pferd an das Zelt und Sie reiten zur rechten Zeit hinüber.

Im Zelte des Marketenders trafen ſie eine Anzahl Offiziere, und da der Wein wirklich nicht übel war, ſo fand er lebhaften Zuſpruch. Nicht weit entfernt ſpielten die Hautboiſten von Thadden das Ca ira und die Mar⸗ ſeillaiſe; die Fröhlichkeit ward immer lauter, und Goethe ſelbſt ungemein luſtig. Vorfälle der Belagerung wurden abwechſelnd erzählt, und Jeder erhob die Gefahren, denen er glücklich entgangen war. Alles dies regte den jungen Freund ungemein auf, aber es machte ihn auch reizbarer; ſo daß ihm die etwas harſche Anrede eines Huſaren⸗Of⸗ fiziers recht in die Quere kam als derſelbe, etwas an⸗ getrunken, in ſcharfem berliner Accent ſagte:

Sie, Baron, als Mainzer, müſſen doch wol den

Spitzbuben kennen, den Verräther Eickemeyer? Wo ſtickt er denn jetzt, der Burſche? Wenn wir ihn man hier hätten, er müßte bammeln, wie der Bauer aus Ober⸗ ulm, der die Franzoſen beim nächtlichen Ueberfall ange⸗ führt. Kennen Sie ihn? Ich meine den nichtswürdigen Eickemeyer?

Eickemeyer iſt bekanntlich als General in franzöſiſche Dienſte getreten, antwortete Franz Karl. Zufällig weiß ich, daß er jetzt bei der Diviſion am Oberrhein ſteht, die zur Verſchanzung der Zugänge aus der Schweiz ins ba⸗ ſeler Gebiet commandirt iſt; denn ich begegnete ihm in