Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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zu ſtehlen, um friſche Butter und Fleiſch hinzubringen; denn die Theuerung iſt aufs Hoͤchſte geſtiegen. Manche ſind bei dieſer Gelegenheit auch in die Stadt ſelbſt einge⸗ drungen.

Während ſie noch ſprachen, hatten einzelne Staub⸗ wolken, die ſich von der Stadt her erhoben, eine allge⸗ meine Bewegung verurſacht, und viele der heftig ſprechen⸗ den Männer an das Chauſſeehaus herangelockt. Man hörte jetzt deutlich die Drohungen und Verwünſchungen, die gegen die Clubiſten ausgeſtoßen wurden, und was man aus der Ferne für Zank gehalten, verrieth ſich nun als die leidenſchaftlichſte Einigkeit, worin Jedermann den Unglücklichen Tod und Verderben ſchwor.

Der Baron foderte den Pfarrer auf, den wüthenden Menſchen zuzureden, und ihnen chriſtlichere Abſichten einzu⸗ ſprechen. Worauf der Geiſtliche mit Achſelzucken erwiderte:

Die gerechte Wuth dieſer unglücklichen Menſchen iſt zu groß, und leider! die Schuld jener Ruchloſen noch größer. Sie kennen das ja ſelber, gnädiger Herr Ba⸗ ron. Auch mich hat ein nichtswürdiger Menſch, der von dem eingedrungenen Biſchof von Straßburg die Weihen empfangen und den franzöſiſchen Conſtitutionseid geleiſtet hat, in meiner Pfarrei erſetzt, und mir bebt das Herz, wenn ich bedenke, wie manchen Sterbenden er die Sacra⸗ mente ungültig geſpendet und ſie um die awidr Seligkeit gebracht hat!

Was? rief Franz Karl entrüſtet aus. Mit ſolchem Friedensgruße kehrt ihr zurück? Dieſe Seelenängſte wollt ihr in die Gemüther des Volkes werfen, zerſtören⸗ der als die Feuerkugeln in ihre Wohnungen gefallen ſind?