293 wiß gilt ihnen Flucht für vornehmer als Verbannung! dachte er bei ſich. Das gemeinſame Unglück ſcheint ohn⸗ mächtig an dem alten Familienſtolze vorübergegangen zu ſein, und ſchon vor den ungeöffneten Thoren ſehe ich, daß es mit dem kurzen Reiche der Gleichheit zu Ende iſt.
Es war, wie geſagt, ein buntes Durcheinander. Viele verzehrten in den ſtaubigen Chauſſeegräben ihr kaltes Mahl; Andere liefen pfeifend und ſingend umher; Frauen hatten mit den verſchiedenartigen Bedürfniſſen oder Noth⸗ durften ihrer größeren oder kleineren Kinder zu ſchaffen, und ihre Männer ſchienen daneben in heftigen Reden und Geberden bald einig, bald uneinig zu ſein. Verſchiedene Geiſtliche, mit Stöcken und Handbündelchen verſehen, wandelten dazwiſchen, betheiligten ſich am Geſpräche der Männer, und der Beron, der ſie für Friedensprediger anſah, glaubte doch zu bemerken, daß da, wo ſie weg⸗ gingen, die Lebhaftigkeit der Aufgeregten nicht abgenom⸗ men hatte.— Einer derſelben, in welchem Franz Karl den Pfarrer Schick von St. Quintin in Mainz erkannte, näherte ſich ihm, und ſprach mit vieler Salbung ſeinen Glückwunſch zur frohen Rückkehr aus.— Leider! ſagte er, iſt unſer Verlangen, in die Stadt zu kommen, grö⸗ ßer geweſen, als der Eifer der Franzoſen, ſie zu verlaſ⸗
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ſen. Nun haben ſie ſich, zu unſerem Verdruß, in der Capitulation bedungen, daß vor dem gänzlichen Abzuge der Beſatzung kein außerhalb der Stadt befindlicher Main⸗ zer dahin zurückkehren dürfe. Nur einzelnen Leuten iſt es durch Liſt oder mit Gunſt der Wachtpoſten gelungen, ſich durch die Caſematten und Linien bis an die inneren Werke


