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petenſignale aus dem preußiſchen Lager. Wenn kein Kirch⸗ thurm fackelt, keine Feuerkugel ſchwärmt, glüht noch der lichtgelbe Saum des nordweſtlichen Sommerhimmels. Wo biſt du jetzt, geliebter Mann? Könnte ich mir auch deine Umgebung träumen! Welche friedlichen Klänge der Som⸗ mernacht ſpielen um dich, und welche Berggipfel ragen dunkel in dein leuchtendes Abendroth? Ich dachte die lange Nacht an dich, in der jener blaſſe Schimmer am Horizont nicht erloſch. Ich ſpielte mit dem Gedanken, ob die Abendröthe wol auch einen fernen Bräutigam habe, und nicht ſchlafen gehen möchte. Aber ich weiß es doch beſſer: die Sonne hat eben jetzt nicht viel Zeit zu ſchlum⸗ mern, und verläßt uns nicht weit; ſie braucht den lan⸗ gen Sommertag zu ſegenvollem Herrſchen. Da ſchreitet die hohe Königin, wo die wogenden Kornfelder ſich vor ihr verneigen, wo die Waizengürtel der Hügel ſich ver⸗ golden, der Mais ſeine rauſchenden Fähnchen entfaltet, von ihrem Lächeln die Kinder des Aepfelbaums erröthen, unter ihrer warmen Sandale, in den lockern Hügeln des Kartoffelfeldes, ein Schatz für die Armen wuchert, und die Beeren des Rebſtocks ſich vom Athem der müden Herrſcherin verſüßen. Nur auf kurze Stündchen wirft ſie ſich auf das Ruhebett, ohne den Purpur und das gelb⸗ atlaßne Gewand abzulegen, deſſen Zipfel auf der Schwelle des Horizonts liegen bleibt.
Vorgeſtern Nachmittag ſtreifte eine Haubitze den hohen Chor des Doms an ſeiner äußerſten Spitze, prallte ab, und erſchlug im nahen Kramladen den Handelsmann Mo⸗ linari. Gegen zehn Uhr Abends traf eine Brandkugel den


