Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

———

287

Ach! möchteſt du dann zufrieden ſein, glücklich ſein mit dieſem Herzen und Allem, was ſich darin ver⸗ birgt!

Wüßte ich nur manchmal, wie nahe oder wie fern du mir biſt; ob du im Geſichtskreiſe dieſer Feuerkugeln lebſt, die unſere Johannisnächte leuchtend durchſchwärmen, — im Anblicke der Bomben, die wie Sternſchnuppen auf unſere Thürme und Dächer niederfallen.

Ich war nahe genug, als die erſte Brandfackel auf die Liebfrauenkirche niederſc=hlug, die Magazine in Brand ſteckte und mit der ungeſtümen Flamme die Kirche und Dechanei verzehrte. Die Splitter zerſprungener Haubitzen warfen neben mir einige Menſchen nieder, und ich rief im erſten Schreck, was mir am nächſten war— laut dei⸗ nen Namen aus. Hundert und hundert Kehlen riefen mir nach: Franz Karl! als ob es eben die Loſung der Nacht, das rettende Wort der Noth, oder der Schutz⸗ engelruf des Augenblicks ſei. Ich erſchrak nun ſelbſt vor dieſem unerwarteten Nachhall, als wäre dein ſüßer Name in tauſend Stücke zerſprungen, und alle Welt dürfte ſich in dich theilen. Ach! dachte ich zuletzt, als ich unter ei⸗ nem ſchützenden Dache ſtand, ſo geht es wol manchem hehren Worte der Weisheit oder des Glaubens: Jahr⸗ hunderte ſprechen es mit Andacht und Schwärmerei nach, und doch nur Eine Seele wußte recht, was es be⸗ deute!

Zuweilen, wenn es bei Nacht zwiſchen den Bomben⸗ 3 ſſchlägen ſtill wird, höre ich von meinem Fenſter aus die Rufe des Werda? und die Wechſelfragen der ausgeſtellten franzöſiſchen Poſten; höre die Trommelwirbel und Trom⸗