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Fackel; denn während die Franzoſen in den Weinkellern des Ortes ſich berauſchten, wurden ſie von den Preußen überfallen, und Wein und Blut ſtrömten bei dieſem nächt⸗ lichen Gelag.
Den 30. Juni.
Die Stadt zittert und bebt, die Kirchthürme wanken von den unaufhörlichen Bomben und Haubitzen der Be⸗ lagerer, und ein loderndes Dach verräth jeden Pfühl, in welchen die wilde Karkaſſe ihr feuriges Haupt eingewühlt hat. Aber mein Herz verzagt nicht, und ich bin da und dort, helfe retten, wo es brennt, und tröſte, wo man verzagt. Woher ſchöpfe ich ſo viel Mädchenmuth? Aus dem Gedanken an dich, theurer, unvergeßlicher Mann. Du biſt nicht da, und ich muß für dich da ſein. Jetzt, da die Stadt um mich bebt, die nächſte Welt vor und neben mir zuſammenbrechen will, fühle ich erſt recht mit Stolz, wem ich angehöre, weſſen ich bin, und dein Bild ſchwebt mir vor, hält mein Herz, und hebt meine Seele. Ich würde verzagen in dieſem Aufruhr der Zerſtörung: aber an deinen Namen, wie an eine ſchützende Säule gelehnt, fühle ich eine neue, wunderbare Begeiſterung; dieſe Er⸗ ſcheinungen machen mich zur Dichterin, dieſe Gefahren zur Heldin,— Beides durch dich. Aber auch nur für dich, nur ſtatt deiner, mein Franz Karl; und wenn du ſelber erſcheinſt, werde ich verzagt ſein, Wort und Muth werden ſich in das Herz zurückziehen, woher ſie ſtammen.


