Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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ſollen wir in der Fremde unſere Kinder ernähren?“ rie⸗ fen über die Brücke wandernd manche Mütter, und die Antwort der Clubiſten war: Werft ſie in den Rhein! Dieſer frevelhafte Spott hat den Tollköpfen im tiefſten Herzen der Mainzer einen unvergeßlichen Haß erweckt, wenn dieſer Widerwillen überhaupt noch erhöht werden konnte. Wie viele chriſtlicher geſinnte Menſchen haben ſich nicht in Frankfurt gefunden! Dort hat der evange⸗ liſche Stadtpfarrer Hufnagel durch ſeine Predigten ein echtchriſtliches Mitleiden erweckt und durch ſeine Bemühun⸗ gen in der Stadt und Umgegend bedeutende Unterſtützun⸗ gen für die vertriebenen mainzer Familien geſammelt. —— Das iſt der Segen des Unglücks, daß es Liebe und Einigkeit unter den Verſchiedengläubigen erweckt, und man überzeugt ſich dann, daß die wahre W Wurzel des Chriſtenthums ihre Früchte nicht in Farben des Glaubens, ſondern in Werken der Liebe treibt. Hoffentlich haben unſere ausgewieſenen Prieſter, wenn ſie einſt zurückkehren, Duldung und Liebe in der Verbannung gelernt.

Wir leben Tag und Nacht in Lärm und Unruhe. Tägliche Ausfälle der Beſatzung bringen bald einen Vor⸗ theil, bald eine Schlappe ein.

Geſtern Abend hatten wir eine ſchaurige Erinnerung an die Feſtlichkeiten vergangenen Jahrs. Du haſt jene nächtliche Beleuchtung der Kirchthürme in den nächſten Ortſchaften von der Favorite aus geſehen: letzte Nacht brannte der Ort Koſtheim unter einer entſetzlichen Kano⸗ nade der preußiſchen Batterien. Die grauſenvolle Be⸗ leuchtung ſpiegelte ſich im Zuſammenfluß des Mains und Rheins ab. Zu wildem Zechen loderte dieſe raſende