Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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fühlte. Mein Troſt iſt der freiſtrömende Rhein. Wenn ich ihn beſuche, blinkt er mir ſo grün und luſtig zu, als wollt' er mir ſagen: dein Herzensmann iſt in der Schweiz und ich hab' ihn geſtern ſtehen ſehen. Manchmal ſpru⸗ delt eine Welle auf, und ich denke, ſie hat mir einen Gruß von dir auszurichten gehabt. Ich bin viel unru⸗ higer geworden; aber ich ſchreibe ruhiger, da das Ge⸗ ſchreibſel vorerſt doch bei mir liegen bleibt, und ich möchte lieber Alles malen, was ich dir zu melden habe. Wenn ich darüber nicht Alles notire, was vorfällt, ſo ſollſt du doch nicht darum kommen; denn der junge Neeb führt eine Chronik, die er dir gar gern mittheilen wird, wenn du wieder da biſt, und das Allermeiſte wird dir der Thürmer auf der Stephanskirche erzählen können, weil der von ſeiner Höhe in die Gaſſen der Stadt und ins Lager des Feindes zugleich ſchauen kann.

Was hätte ich dir auch dieſe Wochen her melden können, als Ausweiſung und Verbannung von Einwoh⸗ nern? Sie ſind die Tagesgewohnheit unſeres Unglücks geworden, und bleiben doch immer neu durch ihre Schrecken und ihre wechſelnden Auftritte. Wie abſtechend waren 3. B. zwei ſolcher Züge, die ich mit angeſehen! Ein Transport Juden gerieth in Verzweiflung, nicht blos weil ſie fort ſollten, ſondern weil ein Samstag dazu beſtimmt war, an dem ſie nicht reiſen dürfen. Alles heulte und flehte nur um Verzug eines Tages. Es half aber nichts: die Clubiſten betrieben den Schabbes, und ohne Zweifel thaten ſie es zum Poſſen. So zogen nun die Armen, von Municipalräthen geführt und von Soldaten gedrängt, den Preußen zu, mit Wehklagen, daß ſie gegen das Geſetz