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und ehemaligen mainzer Soldaten, die den Eid noch nicht geleiſtet hatten, mußten ſich mit ihren Familien nebſt dem nöthigſten Gepäck früh um acht Uhr an der Schloßwacht einfinden, und wurden, mehrere Hundert Köpfe ſtark, zum Schloßthore hinaus, der Brücke zugetrieben,— eine Heerde des Jammers. Du hätteſt dieſe Schmerzen und Kämpfe ſehen ſollen, dies Ausreißen der Herzen aus dem heimiſchen Boden, wobei die zarteſten Faſern abbra⸗ chen! Greiſe wanderten darunter, von ihren Enkeln geführt, da ihr Auge nicht mehr ſehen, daher auch nicht mehr weinen konnte; Mütter wehrten ihre ſchreienden Säuglinge von der Bruſt, die jetzt von Angſt und Verzweiflung vergiftet war; Knaben klammerten ſich an die Rockſchöſſe des Va⸗ ters, der dumpf, in ſich verſunken dahinſchrit. Ehema⸗ lige Dienſtboten einzelner Familien ſtürzten herbei, um Abſchied zu nehmen. Manche flehten, mitgenommen zu werden, um den Vertriebenen zu dienen, und wurden weinend und mit Herzeleid abgewieſen. Eine Treue ſtieß die Andere von ſich, und Jede war in Verzweiflung. Dazwiſchen ging wol manches Mütterchen, familienlos und das ſich an nichts mehr in der Welt halten konnte, als an ſeinen Roſenkranz, den es laut und lächelnd abbetete, oder ſchritt ein junger Geiſtlicher, der freiwillig und mit freundlichem Leid ſeine Mutter begleitete. Und nun denke dir dieſe Gruppen des Elends, dieſe auswandernde Trauer, dieſe vertriebene Treue, dieſe zitternde Entſchloſſenheit,— Alle und Alle, die auf der Brücke hundertmal zurückſa⸗ hen, ihre Hände nach der Stadt ausbreiteten, und ſich mit dem Blicke nach dem Dom bekreuzten, denke ſie dir umſprungen von raſenden Clubiſten, die wie Hetzhunde


