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Alle Deutſchgeſinnten und wer nicht ſchwören wollte, ver⸗ ſchloſſen ſich in ihren Wohnungen, und darbten lieber, als daß ſie nur eine Magd ausgeſchickt hätten, etwas zu holen. Es war der Tag zu den Ur⸗ und Gemeindewah⸗ len, zu deren Vornahme ſechs Kirchen beſtimmt waren. Um acht Uhr läuteten alle Glocken dieſer Kirchen, und die erſchienenen Bürger legten, nach dem kirchlichen Anruf des heiligen Geiſtes den Eid ab, daß ſie dem Volke und den Grundſätzen der Freiheit und Gleichheit treu ſein wollten.
Ach der Freiheit und Gleichheit! Alle ſüßen und rei⸗ chen Hoffnungen, den ganzen lockenden Inhalt dieſer beiden Worte habe ich in einem einzigen Augenblick eingebüßt, als ich auf jener Redoute eine tolle Weibsperſon erblickte, die mit Inſchriften jener Worte behangen war. Ein un⸗ begreiflicher Schauer überrieſelte mich bei jenem Anblick; ich wußte nicht, was mich ſo entſetzte, und ſcheute mich zugleich, darüber nachzudenken. Ach! welche Zuſagen fand ich,— nicht für mich, aber für die Welt in jener Loſung der Zukunft! Und faſt ſchäme ich mich der Empfindung einer ſo ungeſtümen Freude meines Herzens darüber, daß ich in derſelben Nacht für den Verluſt, den ich die Welt erleiden ſah, eine Entſchädigung für mich ſelbſt erhielt,— ſtatt der Freiheit nämlich dein Herz, und ſtatt der Gleich⸗ heit deine Hand. Du mußt mir verſprechen, daß, wenn einſt dein und mein Herz durch deine und meine Hand verbunden ſind, wir in unſerm ſeligen Glück die Welt nicht Hergeſſen, ſondern auch ſie, ſo viel wir vermögen, befreien und beglücken helfen.
Aber ich habe ja die ſechs Kirchen vergeſſen! Nur über dich, mein theurer Franz Karl!
Koenig, Clubiſten in Mainz. III.
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