Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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und um die Gnade, daß ich mit meiner Liebe dich be⸗ glücken möchte, auch für mich ſelbſt eine hohe Gunſt,— das himmliſche Geſchenk eines unbeſchreiblichen Muthes er⸗ halten. Oder es iſt vielleicht das Gefühl, daß mein Ge⸗ bet erhört worden iſt, was mich jetzt ſo unerſchrocken macht.—— Jene Mitternacht entführte mir den Vater, und ſchenkte mir den Mann meines Herzens und meiner ewigen Zukunft. Doch ſcheint mir, ich würde jetzt, unter dieſen entſetzlichen Erſchütterungen des bürgerlichen Erd⸗ bebens, ſelbſt an meines Vaters Seite ſo muthvoll und vertrauend nicht geſtanden ſein, als ich mich mit dem blo⸗ ßen Bild und Andenken von dir, mein Seelenmann, auf⸗ recht halte. Alles droht um mich her einzuſtürzen; aber ich ſtehe mit dem nie erlöſchenden Gedanken an dich, mit dieſem Grubenlichte meines einſamen Herzens, unter dieſen Trümmern, voll jener Zuverſicht, mit der du zwiſchen die Eisſchollen des umnebelten und umnachteten Stromes hin⸗ ausfuhrſt. Ich würde ſie meiden und fliehen dieſe tägli⸗ chen Ereigniſſe, die mir das Herz zerreißen, müßte ich ſie nicht für dich ſehen und aufſchreiben. Die Feder iſt die Stütze meines Herzens: ich überwinde Angſt und Entſetzen mit dem Bemühen, dir unſere Bedrängniſſe mitzutheilen. Aber glaube nicht, mein koſtbarer, lieber Franz Karl, daß ich mich allen Widerwärtigkeiten ausſetze! Nein, Jean Bap⸗ tiſt berichtet mir Vieles. Ich laſſe ihn aus meiner Arche hinaus in die Sündflut fliegen, und die Taube bringt mir, ſtatt eines Oelblattes im Schnabel, etwas om Schmutz des Bodens an den Füßen mit zurück.

Ich habe dir noch nicht vom merkwürdigen 24. Fe⸗ bruar geſchrieben. Es war eine Todtenſtille in der Stadt.