Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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Nachdem die Bürger geſchworen hatten, wurden neue ſtädtiſche Behörden und ſechs Deputirte zum rheiniſchen Na⸗ tional⸗Convent gewählt. Auch dein Freund Forſter iſt vom Stadtviertel Litt. B. zu einem dieſer Deputirten ge⸗ wählt worden. Während dieſer Vorgänge in den Kirchen ſtreiften reitende Patrouillen mit geſpannten Piſtolen und blanken Säbeln durch die Stadt. Es war wol mehr zur äußern Feierlichkeit; denn die öffentliche Ruhe ſchien nicht von Denen bedroht, die ſich ſo ängſtlich in ihren Wohnungen verſchloſſen hielten. Wäre nur ſtatt deſſen innerhalb der Kirchen mehr Feierlichkeit geweſen! Aber viele Clubiſten ſollen ſich zum allgemeinen Unwillen un⸗ anſtändig betragen haben. Nicht nur, daß ſie während der Vorgänge in der Kirche aßen und tranken, ſie ſteckten auch ihre mitgebrachten Tabakspfeifen bei der ewigen Lampe des Hochaltars an, hetzten ihre Hunde und ließen ſie über die Altäre ſpringen. Es iſt empörend für unſer Gefühl, dergleichen zu erfahren, doch Profeſſor Blau er⸗ klärte mir, wie die menſchliche Unvernunft auch gegen leb⸗ loſe Dinge von einer Uebertreibung in die entgegengeſetzte fallen müſſe, um zur Vernunft zu kommen, und wie eine abergläubige Erniedrigung ſich in ungerechten Uebermuth verkehre. Die Sklaven des Gehorſams, ſagte er, betragen ſich zügellos, um zu zeigen, daß ſie frei ſeien. Sie begreifen nicht, daß man erſt frei iſt, wenn man ſich ſelbſt binden kann um des Himmels willen.

Während jenes— beinahe hätte ich Gottesdien⸗ ſtes geſagt! wurde eine Anzahl Bürger, die ſich gegen die neufränkiſche Freiheit zu laut ausgeſprochen hatten, aus ihren Wohnungen theils ins Zuchthaus, theils auf