Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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abgehen mußte, die dem Sturm und Andrange des Neuen hätte widerſtehen können. Die Flucht des Adels und der reichen Familien hatte überdies Handel und Gewerbe ins Stocken gebracht; die unbegreifliche Uebergabe der Feſtung, die man nur durch einen ſchändlichen Verrath erklären wollte, hatte die Beſſerdenkenden mit Unmuth erfüllt; die Begierde nach Vortheilen, nach Arbeit oder Anſtellung bemächtigte ſich der Müßigen und Habgierigen, und ſo drängte ſich Alles nach dem Club hin, der aus dem Füll⸗ horn der rothen Jakobinermütze die herrlichſten Verſpre⸗ chungen ausſchüttete. Doch bald ſahen ſich die Erwartun⸗ gen getäuſcht oder hingehalten, und verwandelten ſich nach und nach in Abneigung gegen die unſauberen Fremden, die ſogleich die altgewohnte Gemächlichkeit der Familien ſtörten, die verminderten Genüſſe des ſtockenden bürger⸗ lichen Lebens vorwegnahmen, die Bedürfniſſe des Tags vertheuerten und durch Spott und Störung in kirchlichen Dingen den religiöſen Eifer erweckten. Immer mehr Stühle blieben in den Clubſitzungen leer, und die Blech⸗ zeichen verminderten ſich auf den Röcken der Bürger.

In dieſen Tagen hätte ein Schalk und Spötter, wenn er beſonders des Griffels oder der Feder zu launigen Zeichnungen mächtig geweſen wäre, an den wunderlichen Contraſten der Menſchen und des öffentlichen Zuſtandes in Mainz die heiterſte Beſchäftigung gefunden. Baron Franz Karl war jedoch zu gemüthswarm und ſchwärme⸗ riſch, um die Feder, die ſich früher in ſentimentalen Ver⸗ ſen verſucht hatte, in ſeine milde Galle zu tunken. Ihm galt es um eine Theilnahme für ſein Herz und um eine Aufgabe für ſein Beſtreben. Aber wo ſollte er ſie finden?