Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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wage geebnet, frei und gleich ſein ſollte. Wenn er nun oft genug und nicht ſelten am hellen Tage ſo mancher Un⸗ anſtändigkeit des luſtigen Sansculottismus begegnete, murrte er mit Bitterkeit vor ſich hin: Nun weiß man doch end⸗ lich, wozu dieſe Ohnehoſenſchaft gut iſt! Daß man näm- lich ohne viel Umſtände alle Straßen und alle Welt ver⸗ unreinigen kann!— Hinter dieſer Empfindung verbarg ſich, dem Freunde ſelbſt unbemerkt, nicht blos ein Wider⸗ wille der Sinne, ſondern auch des Geiſtes. Die neuen Ideen der Zeit, für die er ſich nach und nach ſo lebhaft hatte einnehmen laſſen, ſchienen ihm jetzt in einverleibter und verlumpter Geſtalt entgegenzukommen, und jene hoch⸗ ſchwebenden Gefühle des Weltbürgerthums, indem ſie ſich auf feſten Boden herabließen, ſtutzten gleichſam vor der Unart eines beſondern Volkes. Natürliche Empfindſam⸗ keit, zarte Erziehung, gebildeter Geſchmack, Alles in dem jungen Freunde nahm Anſtoß an dieſer neuen Geſell⸗ ſchaftsform, die ſich aus der Ferne ſo reizend ausgenom⸗ men hatte. Es war eine Selbſttäuſchung des jungen Mannes, ein Vorurtheil des Barons, das er unvermerkt gegen manches früher abgelegte aufnahm.

Dennoch hatte Franz Karl in der erſten Zeit ſeiner Unzufriedenheit dieſen Eindrücken des Neuen und Unge⸗ wohnten nicht ohne Kampf nachgegeben. Er hatte ge⸗ ſucht, Herr derſelben zu werden, ſie der Prüfung und ei⸗ ner neuen, wenn vielleicht auch leidigen Ueberzeugung zu unterwerfen. Da beſuchte er im Gedränge des Volkes die Galerie des Akademieſaales und hörte die Vorträge der Clubiſten an. Er verſchmähte jetzt auch die Wein⸗ häuſer der beſſern Bürger nicht, um nuf die Fährte der