und an angeſehenen Familiennamen fehlen. Er ſprach von einer„Hofkupplerzunft“ und„Kammerplusmacher⸗ gilde“, von Schwämmen, die über Nacht am Hof auf⸗ geſchoſſen und in neugeſchaffene Chargen eingewachſen ſeien, gedachte eines„ingelheimer Hausdiebes, der wegen Mein⸗ eids vor Gericht gezogen, dennoch ſtatt ins Stockhaus— an die Hofkaſſe geſetzt worden ſei, nachdem er die Woh⸗ nung der Gräfin Coudenhove geſchmackvoll ausmöblirt 1 habe“, und rief, nachdem er von verkauften Stimmen der mainzer Landſtände geſprochen: 6 „Dadurch werden denn die Familienangelegenheiten und Schulden regulirt, alte Stellen reſuscitirt, neue creirt, Heddesdorf wird Univerſitäts⸗Curator, Fechenbach's Bru⸗ der Oberſtleutnant, und Ritter's Beſchließerin bekömmt ein Aſſeſſors⸗Decret für ihren Amanten auf die Hofkammer.“ Dies waren lauter bekannte Namen und ein ſtarkes Getöſe entſtaud auf den Galerien; indem der Beifall, in welchen der Pöbel ausbrechen wollte, durch eben ſo laute Mißbilligung angeſehener Männer unterdrückt wurde. Der Redner ließ ſich dies Geräuſch nicht anfechten, und fuhr fort, in der Fürſtengewalt eine erbliche Neigung zum Deſpotismus durch die Geſchichte der Völker nachzuweiſen. —„Um den Thron“, rief er aus,„verſammeln ſich die Intereſſen Aller und vom Throne gehen alle Strahlen der beglückenden Hoffnung aus. Aber wenn an des Himmels reiner Sonne ſich jedes Inſekt der lebenden Natur wärmt, ſo brütet ſich an der Höfe nachgeäfftem Sonnenſcheine alles politiſche Ungeziefer aus. Der Fürſt wünſcht und winkt, und das dienſtſuchende Sklavenheer eilt und rennt, ſein eigenes und ſeiner Mitbürger Beſtes der ſchnöden
Teil eines Werkes
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
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