Teil eines Werkes 
Bd. 9Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 3 (1857)
Entstehung
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der Stelle werden, was er ſchon voraus hieß, ein Ohnehoſe.

Dies Befremden der Einwohner war nicht zu verwun⸗ dern. Das Auge des Mainzers, von jeher an geputzte, gepuderte Paradeſoldaten in knappen Röcken und Bein⸗ kleidern, gewichſten Kamaſchen und blanken Waffen ge⸗ wöhnt, faßte einen verächtlichen Widerwillen vor ſolchen ſchmutzigen und zerlumpten Kerlen, die nicht einmal alle die blaue Uniform mit rothen Aufſchlägen trugen, ſon⸗ dern zum Theil ſich mit dem nächſten beſten Bürger⸗ rock oder Bauernkittel behalfen, und mit Piſtolen im Gurt wie Banditen ausſahen. Nicht weniger ſtachen ge⸗ 4 gen die gewohnte ſteife Haltung und pedantiſche Bewe⸗ gung der mainzerPfaffenſoldaten dieſe luſtigen Fremd⸗ linge durch ihren militairiſchen Aufzug und ihre Waffen⸗ führung ab; indem ſie kaum gleichen Schritt hielten, nach Belieben den Stummel einer irdenen Pſeife im Munde führten und ſich mit ihren Offizieren neckten. Und wie ſeltſam nahm es ſich gegen die früheren Paraden aus, wenn der Nationalgardiſt, mit einer kurzen irdenen Pfeife im Mund, eine Portion rohen Fleiſches an das Gewehr, ein Laibchen Commißbrot an das Bayonnet geſpießt, oder einen Fiſch im leinenen Säckchen angehängt und den Ran⸗ zen über der Patrontaſche angeſchnallt, auf die Wacht zog?

Aber wenn dies Alles an den Soldaten der neuen Freiheit vielleicht nur eine Weile auffallen konnte und am Ende natürlich gefunden wurde; ſo fehlte es doch auch nicht an Erſcheinungen, die einen unüberwindlichen Abſcheu erregten. Dieſe Nationalgardiſten waren höchſt