Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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440 deuten, die aus den Geldkiſten der Fliehenden in die Hände des Volkes gefloſſen wären, und die mehr als zuge⸗ reicht hätten, die Feſtung gegen jeden Feind in Vertheidi⸗ gungszuſtand zu ſetzen, und dabei die Ehre des Adels zu ſchützen.

Sie haben Recht! erwiderte Einer beſchämt. Es iſt unverantwortlich, wie ſehr uns die deutſchen Zeitungen in Abſicht auf Frankreich hintergangen haben. Die Fran⸗ zoſen ſind eine brave, mächtige Nation. Es wäre Jam⸗ merſchade, wenn dies Volk ſich nicht gleich bliebe!

Ueber dieſen herabgeſtimmten Ton ariſtokratiſcher Män⸗ ner nicht wenig verwundert, ſollten unſere umherwandeln⸗ den Freunde noch mehr überraſcht werden, als ihnen Hof⸗ mann, Wedekind und der Narr Dietler begegneten, die mit aufgeſteckten dreifarbigen Kokarden laut thaten.

Ich rathe Ihnen ein Gleiches zu thun, Bürger Forſter und Bürger Wallbrun! rief Wedekind exaltirt. Wir ech⸗ ten Mainzer, die wir uns nicht zum Muthe derWeil⸗ burger bekennen, ſuchen ſtatt auf der Flucht, hinter die⸗ ſen Farben unſer Heil.

Dietler zog ſchnell zwei Kokarden aus der Taſche, und nöthigte ſie beiden Freunden auf. Forſter ſteckte die ſei⸗ nige gleichgiltig ein. Franz Karl aber wies die andere mit Stolze zurück, indem er zu Dietler ſagte:

Sie ſind nur über der Stirne gezeichnet, Herr Pro⸗ feſſor, und ich rathe Ihnen, dieſe Kokarde nach hinten aufzuſtecken, damit Sie nicht etwa vom Rücken aus ver⸗ kannt werden..

Einem Wortwechſel, zu dem es darüber leicht hätte kommen können, trat Eickemeyer in den Weg. Zum