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Zweck unſeres Daſeins, wobei wir nur das Zuſehen haben, indeß der Zweck unſerer Handlungen dazu nur Mitteel iſt. So geht ein vollkommneres Weſen hervor, mit erhöhtem Bewußtſein, mit anderen Quellen des Genuſſes, mit um⸗ faſſenderem Sinne, zu erleſenern Freuden und Leiden gebildet!
Forſter hatte ſich in Thränen hineingeſprochen, aber auch dem Freunde Thränen entlockt. Sie trennten ſich mit Kuß und langer Umarmung, und Forſter hatte noch eine Weile mit ſich zu thun, ehe er mit einiger Faſſung hinabgehen, und der lieben Frau Nachbarin Lebewohl ſa⸗ gen konnte.—
Nachmittags ſtellte ſich Baron Franz Karl ein, um den Freund wie jetzt täglich abzuholen. Sie gehörten zu den Wenigen, die umherſchweifend ſo merkwürdige Er⸗ ſcheinungen mit Gelaſſenheit beobachten und mit eindring⸗ lichen Gedanken beſprechen konnten. Franz Karl fand auf dem Spiegeltiſchchen die Abſchiedskarten der frühern Abend⸗ freunde. Alle Diplomaten waren fort, ſelbſt Huber mit ſeinem Geſandten nach Frankfurt übergezogen. Da faſt keiner dieſer Hausfreunde, außer Huber, perſönlich Ab⸗ ſchied genommen hatte, ſo fiel es weniger auf, daß auch vom Grafen Stadion blos eine Karte kam; ſo gern For⸗ ſter dem ſeit jenem heftigen Abend weggebliebenen Kapi⸗ tular eine verſoͤhnende Erklärung gegeben hätte.
Mit der Flucht ging es nun am Strom und an der Brücke ruhiger zu. Die Freunde begegneten einigen Ade⸗ ligen, die durch Wegſchaffung der Archive oder ſonſtige
Angelegenheiten noch zurückgehalten wurden. Forſter
konnte nicht laſſen, auf die ungeheueren Summen hinzu⸗


