Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Im Genuſſe der ſchönen Gegend, wie heiter philoſophirten wir nicht am Abend über das Studium des Tages! Selbſt jener Pfad, wo uns der Anblick eines tief angelegten Be⸗ trugs überraſchte, wie lehrreich war nicht der! Welche Blicke in das menſchliche Herz und in die Schickſale der geſammten Gattung gewährte er uns nicht! Ein wohl⸗ thätiges Verhängniß waltete über uns, daß wir einander verſtehen lernten, daß unſer ruhiger, hochachtungsvoller Bund der Freundſchaft entſtand, und Einer des Andern Schutzengel ward; daß ſtrenger Wahrheitsſinn zur Scho⸗ nung ſich geſellte, und wir einander fortbildeten, da wo die gemeine Erziehung aufhört, zu dieſem hohen Bewußt⸗ ſein der Reinigkeit in Gedanken, Wort und That, dieſem Frieden, der höher iſt, als alle Vernunft. Vorwärts den Blick zu richten, iſt jetzt Pflicht und Gewinn; nicht länger darüber zu brüten, daß Jeder von uns hinfort al⸗ lein ſteht, allein ſchwimmt durch das Meer der Mühſelig⸗ keiten, Hamlet's Sea of troubles! und allein kämpft und ſiegt oder fällt. Vorwärts den Blick! Aber nicht um ſich aus lockenden Erwartungen und leeren Hoff⸗ nungen eine Welt zu träumen, die noch außer unſerem Erfahrungs⸗ und Empfindungskreiſe liegt. Mich dünkt, ich ſehe in dieſem Nebel der Zukunft nur Einen Funken, der nicht bloßes Irrlicht wäre. Wenn alle Phantome von Gemeinnützigkeit, von Einfluß auf Menſchenbildung, von Ausſaat und Aufgrünen der Cultur unter einem fremden Himmel zerronnen ſind, dann finde ich mich ſelbſt dort noch wieder. Was das Schickſal an uns Einzelnen fortbildet, indem es uns in neue Thätigkeit verſetzt und auffodert für Andere zu wirken, das iſt der erhabene