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erſten Mal komme ich lachend aus einem Kriegsgericht, ſagte er. Wir haben eben einen närriſchen Kerl,— den fuldaiſchen Soldaten, der jüngſten Abend die ſchwere Ka⸗ none gelöſt—
Sie reden doch von der Kanone, die uns den Kur⸗ fürſten über den Rhein verſchoſſen hat, nicht wahr? fiel Dietler ihm ins Wort. Wiſſen Sie, daß dies ein Glück iſt? Der alte Kopf war eine Kettenkugel, und wir ſind nun frei! 1
Ich wollte ſagen, wir haben ihn frei geſprochen und nach Hauſe geſchickt, den dummen Teufel! lachte Eickemeyer.
Jetzt reden Sie aber nicht vom Kurfürſten, Freund, ſondern vom Soldaten, nicht wahr,— von dem Ful⸗ denſer? fragte Hofmann ſchalkhaft.
Nun freilich! antwortete, etwas ungeduldig über die Neckereien, der Major. Der träumeriſche Burſche, Namens Kremer, ein gutmüthiger, ſimpler Geſell, hatte, weil es uns an Kanonieren fehlt, gleich anderen Musketieren einen Kanonenwachtpoſten bezogen. Bei der Ablöſung vor ein⸗ brechender Nacht wird er von dem Poſten, der ihm die Parole ins Ohr zu flüſtern hatte, mit einem zu erwar⸗ tenden Geſpenſte geneckt, und geräth in jene tolle Wuth, die ſolche beſchränkte Menſchen leicht überfällt. So ergreift er die brennende Lunte, und löſt das ſchwere Geſchütz. Was er ſich dabei gedacht hat, und ob er etwa ſeine Courage damit beweiſen wollte, war im Verhör nicht herauszubringen, und da ſein Hauptmann, von Katzmann, ein jovialer Offizier, den Burſchen auch durch andere ziemlich luſtige Beweiſe als unzurechnungsfähig geltend machte: ſo wurde er mit einer gelinden Abführung von


