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Unruhe im Haus erwachte, und durch wiederholtes Klopfen an ſeine Thüre im Schlafrock zu öffnen genöthigt war. Die Baronin, ſeine Mutter, trat verſtört ein, und ver⸗ wunderte ſich, daß er ſo lange ſchlafen könne, wo alle Welt in Angſt und Furcht mit Flucht beſchäftigt ſei.
Der Sohn trat an das Fenſter, und ſah wirklich vor den erſten Adelshäuſern um den Thiermarkt Möbeln, Ki⸗ ſten, Ballen ausgeſetzt.
Ich will unſere beſten Sachen nach dem rheingauer Gute bringen laſſen, erklärte die Baronin, und da meine Leute alle Hände voll zu thun haben: ſo wirſt du dich wol ſelbſt nach einem Schiffer bemühen müſſen, lieber Franz Karl. In der Noth, weißt du wohl, iſt Alles ſchicklich. Ich habe den Herrn von Hedesdorf eben auch vorüberlaufen ſehen, nach einem Fuhrmann, wie er mir ſagte.
Franz Karl wollte ſich eben gegen die Flucht über⸗ haupt heftig erklären, als er überlegte, daß er es nicht mit Männern, ſondern mit Mutter und Schweſter, ſowie mit weiblichen Aengſten und Vorurtheilen zu thun habe; da es ihm denn beſſer ſchien, jene in Gottes Namen ziehen, und dieſe unbeſtritten zu laſſen. Daher erwiderte er blos:
Sie vergeſſen ja ganz, theuerſte Mutter, was wir heut vorhaben, daß heut mein ſchönſter Tag iſt, und wir ein Familienfeſt feiern.
Wie, mein Sohn? rief die Baronin mit höchſt er⸗
ſtauntem Kopfſchütteln,— du weißt nicht— 2 Doch ja! Die heiligen Siebenſchläfer wußten, als ſie in ihrer Höhle erwachten, auch nicht, wie ſehr die Welt ſich in⸗


