Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Oder ſoll ich bleiben, die Univerſität aufrecht erhalten helfen, mich der verlaſſenen Stadt widmen, um die em⸗ pörten Bürger auf vernünftigen, gemäßigten Weg zu len⸗ ken, damit das alte Mainz, wenn es möglich wäre, dem deutſchen Reich erhalten werde? Und ſoll ich bei dieſer Ehrenpflicht wagen, was zu wagen iſt?

Wir bleiben, rief der Baron mit Erhebung, und drückte ſeine Hand feſt in Forſter's Rechte. Wir kratzen unſere Ehre nicht aus! O mein theuerer Forſter!

Das habe ich von Ihnen gehofft! verſetzte Forſter freudig, und umarmte den jungen Freund. Aber wir werden für Demagogen gelten! Weil wir, ſtatt mit den Herrſchenden flüchtig zu werden, dem Volke dienen, wird man uns als Volksverführer brandmarken. Immerhin! Aber ich kann nicht anders; ich muß es wählen, wenn ein Funke Liebe für das Wohl Aller, wenn einiges Ge⸗ fühl von Würde in mir ſelbſt und Sorge für die Mei⸗ nigen mich leitet!

Es ſchlug vom nahen Stephansberg elf Uhr, und Beide ſchieden mit einer innigen Umarmung.

Neunundzwanzigſtes Kapitel.

Seit langer Zeit hatte Baron Franz Karl nicht ſo feſt geſchlafen, als in dieſer Nacht vor ſeinem Vermählungs⸗ tage. Es war heller Morgen, als er von lärmender