Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

393

Kiſten in den Hof, vom Kammerzahlmeiſter Loßkandt und vem Kriegszahlmeiſter Wackerbardt geleitet.

Sehen Sie, ſehen Sie, Freund! rief auf dem äußeren freien Platze Forſter in großer Bewegung. Der Fürſt flieht, und verläßt ſeine Unterthanen, ſeinen Thronſitz, ſei⸗ nen erzbiſchöflichen Baldachin. Leb' wohl, du rothes Schloß am Rhein! Lebe wohl, du alter Dom! Und die Stützen des Throns, der hohe Adel wird ihm folgen, die Großpfaffen werden hinter ihm d'rein keuchen. Secken⸗ dorff's lange Beine geben das Maß der flüchtigen Schritte. Was ſagen Sie, Baron! Doch nein, ich will Sie nicht mehr Baron nennen, Freund, Bürger! Denn, bei Gott!feig undadelig fangen an ſinnverwandt zu werden, wieunfähig undſtiftsfähig es ſchon oft waren; und für diejenigen Adeligen, die man kennt, ehrt und liebt, muß man weinen, wenn man ihren hohen Stand ſo herabgeſunken und an eigenem Werth ſo ver⸗ armt erblickt!

Er umarmte heftig den jungen Freund, und da dieſer, wie vom Blitze betäubt, ſchweigend vor ihm ſtand, fuhr er fort:

Sagen Sie, was ſoll daraus werden? O mein Freund! Der Adel flieht, deſſen Vorrechte ſich einzig darauf gründen, daß er der geborene Beſchützer des Vol⸗ kes iſt, und heißen will, flieht mit ſchändlicher Furcht auf den erſten Anſchein der Gefahr, und läßt den Bürger im Stich. Flieht dem Fürſten nach, den er halten, dem er ſich in den Weg werfen ſollte, der Alles einpackt, was ein Eigenthum des Staates iſt. Den Küchenwagen vor⸗ aus! Das iſt die Loſung! Ja doch, damit ihr nur nicht