Achtundzwanzigſtes Kapitel.
Am nächſten Vormittage, den dritten Oktober, traf der Kurfürſt in Mainz ein, und hielt gleich eine Staats⸗ Conferenz ab. Darauf aß die Gräfin Coudenhove mit ihm zu Mittag, und brachte die Nachricht aus dem Schloſſe, daß der Fürſt heiteren Muthes ſei, und vor Allem die reitenden Kundſchafter und ſchleichenden Spione abwarten wolle, die der Kanzler nach Worms und Speier ausgeſchickt hatte.
Gegen Abend kam Franz Karl in ſehr aufgeſpannter Heiterkeit. Er hatte mit einigen Freunden beim Grafen von Lamberg zu Mittag geſpeiſt und rühmte deſſen vor⸗ trefflichen Champagner. Die Comteſſe breitete ihren Braut⸗ anzug und Schmuck vor ihm aus, und er fand Alles höchſt geſchmackvoll. Im heiterſten Vertrauen, wie die ſchöne Braut ſich ihm anſchmiegte, entzückte ſie ihn. Der luſtige Humor, den der Baron von der Tafel mitgebracht, ſtreifte mehr und mehr an Muthwillen; die Umarmungen wieder⸗ holten ſich und das erſte Du ward angeboten, gewechſelt und mit jungfräulicher Verſchämtheit geübt und belacht.
Die Gräfin brachte die Ausfertigungen des Ehecon⸗ tracts hervor, die der Notar Dams zur Unterſchrift und Beſiegelung überſchickt hatte. Franz Karl unterzeichnete; als er aber ſein Familienſiegel, das er hatte mitbringen wollen, nicht in der Taſche fand, ſteckte er die Papiere zu 25*


