Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Alles mit ſich? Wie leicht kann Fides, in ihrem Werth unerkannt, aber in ihrer reinen Blüte nicht unbegehrt, an eine wilde, ſtürmiſche, fündhafte Bruſt geriſſen werden, aus ihrem heimiſchen Boden genommen, verlaſſen, wie dieſer Goldlack weggeworfen dahinwelken! Ja, du ewiger Gott! ihr Schickſal wurde mir eben angedeutet im Bilde dieſer weggeworfenen Pflanze, die als Vorwurf, als Beſchuldigung meine feige Bruſt traf!

Eine Angſt und Unruhe überfiel den Freund; eine peinvolle Reue wechſelte mit toller Eiferſucht, die ſeine Gedanken verwirrte, ſeine Gefühle entſtellte. Da ſchlug eben das Fenſter zu, das Licht verſchwand. Und wie in ſo aufgeregten Augenblicken die Phantaſie dem geängſtig⸗ ten Herzen mit lauter Täuſchungen zuſetzt: ſo ſeufzete, von vermeintlichen Vorbedeutungen verfolgt, der einſame Wandler mit dumpfer Reſignation:

Deine Vergangenheit iſt geſchloſſen, Deine Hoffnung iſt erloſchen!

Er ſtürzte fort, und die tiefe Finſterniß der Straße

verheimlichte die kindiſchen Thränen, die er nicht bewältigen

konnte, und die noch ungeſtümer floſſen, als er auf den

Thiermarkt hervortretend, die nächſte Linde ſchmerzlich um⸗ ſchlang. Wie lange er in ſeinem dumpfen Leide ſo ſtehen blieb, wußte er nicht. Sein erſter klarer Gedanke war, er müſſe in Mainz bleiben und als Freund über Fi⸗ des wachen, ſie vor Schmach und Unglück bewahren.