Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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er pflanzte ihn mit den daran haftenden Erdklümpchen zwiſchen die Bruſtkrauſe und den linken Weſtenflügel. Wie nahe liegt in ſolchen Augenblicken eine ſo jugendliche Empfindung! Doch ein ſchweres Gemüth legt eben ſo leicht in kleine Zufälligkeiten Sinn und Bedeutung; daher kam der Freund, in Erinnerung an ſeine alte Neigung für Fides, auf die leidige Betrachtung, daß wol mit Recht ein welker Bräutigamſtrauß an ſeinem Herzen hafte, wo übermorgen ein blühender angeſteckt werde

Das Licht, auf den Seitentiſch neben dem Fenſter ge⸗ ſtellt, warf ſeinen Schein um das ſchöne Mädchenhaupt und wenn Fides in der Richtung nach dem Dom blickte, auf ihre Wange. Mit klopfendem Herzen ſah Franz Karl hinauf, wie ſie die gefalteten Hände auf den. Fenſterrahmen legte und vorgebeugt zu den Wolken auf⸗ blickte. Forſcheſt du für deine Blumen nach Regen, Fides, oder beteſt du um Segen für deinen Freund? flüſterte er, und wenig fehlte, ſo hätt' er es laut gerufen. Ach! dachte er, ihr Herz ahnet ſchon nicht mehr, daß ich ihr ſo nahe bin. Der Trauring, den übermorgen der Segen des Prieſters weiht, hat ſchon allen Zauber zwiſchen ihr und mir aufgelöſt; kein ſeliges Flüſtern, kein Ziehen und Zucken regt ſich mehr zwiſchen ihrem und meinem Herzen! 1

Er drückte ſein Geſicht in die Falten des Rokelors. Und was wird für ſie ſelbſt die Zukunft bringen? fragte es ungeſtüm in ſeiner Bruſt. Und wenn das dro⸗ hende Verhängniß wirklich über Mainz hereinbräche? Soll der Krieg dieſe edle Blüte an ſein rohes Herz drücken? Ach, was bringt ein ſolcher wilde Aufruhr nicht Koenig, Clubiſten in Mainz. II. 25