Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Eifern um Tugend und Wahrheit bringt es nicht weiter, und hebt nicht dieſen ewigen Zirkelſchwung des Glücksra⸗ des auf, der bald Gutes, bald Böſes aus der Tiefe hervor und auf den Gipfel bringt. Der beſte Troſt liegt eben im Umſchwung, daß nämlich, wenn ja einmal et⸗ was Schlimmes obenauf kömmt, und uns plagt, es doch unmöglich lange dauern kann, und vielleicht von etwas unerwarter Gutem verdrängt wird. Wer ſonſt keinen Beweggrund hat, groß, edel, tugendhaft zu ſein und zu handeln, dem diene dieſe Wahrſcheinlichkeit ſtatt eines Be⸗ weggrundes. Wer aber gefühlt hat, daß auch ohne dieſe Ausſicht, deren Süßigkeit Niemand verkennen wird, Tu⸗ gend und Rechtſchaffenheit die wahre Weisheit und wah⸗ res Glück iſt, ſo gut wir's einmal haben können: der liebe Tugend und Rechtſchaffenheit um ihrer eigenen Schön⸗ heit willen. Ja, ja! rief bei dieſer Betrachtung der junge Freund ſich ſelber zu, ſo iſt jetzt eine Zeit da, in der es, vielleicht auf wie lange! nicht mehr darum gilt, daß man in Mainz froh und glücklich ſei, ſondern rechtſchaffen handle, und das ſchwere Rad des Glückes raſcher umtreibe.

Mit dieſem muthigen Anlauf wollte ſich Franz Karl

eben entfernen, als er über ſich einen Lichtſchimmer zucken ſah. Dies Licht war in die Manſarde gekommen, und Fides trat an das offene Fenſter. Franz Karl beobachtete aus ſeiner dunkeln Tiefe, wie ſie an ihren Blumenſcherben rückend, einen kleinen Goldlack mit den Wurzeln ausriß und über die Straße wegſchleuderte. Zufällig traf der verworfene Stock den gegenüberſtehenden Freund, der ihn eerhaſchte, und mit Innigkeit an die Bruſt drückte. Ja,

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