Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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383 dieſe Zeit war es nicht; denn die Nacht ſteigerte die un⸗ beſtimmten Befürchtniſſe der Menſchen, und ſelbſt die feier⸗ liche Ruhe in der Natur nahm, gleich der Luftſtille vor einem Wetter, eine bedrohliche Miene für die Bevölkerung an. Von ſeinen ſchwermüthigen Empfindungen beglei⸗ tet, kam der Freund durch die Steingaſſe in die Umbach,

und erkannte ſich plötzlich vor Lennig's kleinem Hauſe. Es

ſchimmerte kein Licht darin, vielleicht weil die Familie in einem hintern Zimmer verſammelt, oder zu Bekannten gegangen war; wie man denn jetzt zu wechſelſeitiger Be⸗ ruhigung einander fleißiger beſuchte. Dennoch blieb der wunderliche Träumer wie gebannt in der Nähe, und fand ein unausſprechliches Vergnügen darin, an die Ecke gegen⸗ über gelehnt und den Rokelor hoch am Halſe heraufgezo⸗ gen, nach den dunkeln kleinen Fenſtern zu ſehen.

Wie denn die Gedanken und Gedankenverbindungen des Menſchen aus den geheimnißvollſten Tiefen unſeres ewigen Weſens oft mit Vorausblick hervorkommen: ſo entſprang gerade hier dem jungen Freunde zum erſtenmal die bedenkliche Ueberlegung, wie der entſcheidende Lebens⸗ wechſel, der ihm ſelbſt bevorſtand, mit einem Schickſals⸗ wechſel ſeiner Vaterſtadt zuſammentreffen könnte. Ein Vorgefühl der Leiden und Kämpfe, die über ein frohher⸗ ziges Volk hereinzubrechen drohten, bemächtigten ſich ſeiner Seele; aber nicht, um ihn noch mehr niederzubeugen, ſon⸗ dern zu einem neuen, unerwarteten Muth aufzuregen. Ja wohlD dachte er bei ſich, Forſter hat Recht, die tägli⸗ chen Wechſel des Schickſals, die gemeinſten Vorfälle im Erdenleben, Freude und Sorge, Verdruß und Troſt fließen durcheinander. So iſt es! Und all' unſer Streben, alles