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Die Freunde waren erſtaunt. So aufgebracht hatten ſie den geiſtlichen Weltmann noch nie geſehen. Mehrere nahmen ſich vor, die nächſte Predigt zu beſuchen.— Ich will ihn nicht hören, dieſen Mann! rief Forſter. Das Volk jammert mich, das man ſo weit gebracht, und daß man ihm den Maßſtab entriſſen hat, um ſelbſt zu er⸗ meſſen, was Recht und Unrecht, wahr und unwahr iſt. Das hat man alſo mit der Unterdrückung der Vernunft gewonnen, daß man den Glauben und die Tugend der Menge den Abſichten ihrer Prieſter dienſtbar macht. Man hat vor Kurzem die Pfarrer und Prediger angewieſen, gegen die Revolution und das Sittenverderbniß des Vol⸗ kes zu eifern. Da erblicken Sie nun ſelbſt, Herr Graf, das falſche Syſtem der Kirche: die Sittenloſen lachen ſolcher Mahnungen, und die Frommen werden von falſchen Prieſtern an der Naſe geführt zum Verder⸗ ben ſelbſt Derjenigen, die das Volk ſo unmündig erhalten haben!
Stadion, aufgeregt wie er ſchon war, und von dem eifernden Hauswirthe gleichſam zu einem Zeugniß gegen ſeine Kirche gepreßt, nahm es übel auf; doch gewann er es noch über ſich, in ſein gewohntes Fahrgleis einlenkend, die Sache ins artig Scherzhafte zu ziehen. Allein es ge⸗ lang ihm noch weniger als ſonſt. Seine Stimmung war einmal nicht aufgeräumt genug und der Gegenſtand an ſich zu ſchwer, um ihn ſpielend zu behandeln. Er wollte nämlich die Maßregel der Regierungen, gerade durch die Prieſter auf das Volk zu wirken, als zweckmäßig und nothwendig darthun, und ſuchte in dieſer Abſicht die ganze revolutionaire Bewegung und Stimmung aus der Sitten⸗ 24*


