ſchönen Herbſttage auf dem rheingauer Gute zuzubringen und ſich der Natur, der Bücher und Bilder zu bedienen, woran er jüngſt ſo viel Wohlgefallen gefunden.
O mein Herr Baron, wie lieb iſt das von Ihnen! rief Forſter. Wie glückliche Tage hatten wir dort! Ich habe dir ja erzählt, Thereſe, liebes Kind, wie jung ich mich dort gefühlt zwiſchen jenen Schätzen, die den Zauber be⸗ ſitzen, in unſerer Seele die Empfänglichkeit zu erwecken, durch die ſie ſelbſt entſtanden ſind. Nicht blos die Liebe ſpricht: Gebt Alles hin, um Alles zu gewinnen!— bei jeder Art des Geheimniſſes iſt dieſe unbefangene Hinge⸗ bung der Kaufpreis des vollkommenen Beſitzes. Darum iſt der Lenz des Lebens ſo ſchön, wo wir uns ſelbſt ver⸗ geſſend, im Anſchauen des gefühlerweckenden Gegenſtandes ſeine ganze Fülle faſſen und Eins mit ihm werden. Das reifere Alter iſt ſelten jener Hingebung fähig; Vergleich und Wahl gehen vor allen ſeinen Handlungen her; die Vernunft maßt ſich die Rechte des Gefühls an, und ihre Geſetze beſchränken die Thaten des Herzens. 1
Bald fanden ſich die gewohnten Abendfreunde ein. Stadion kam aus der Jeſuitenkirche, von Garzweiler's po⸗ litiſcher Predigt ungewöhnlich aufgeregt, ja, ſo zu ſagen, aus allen Gleiſen ſeiner Weltmanier geworfen, und über den Prediger ſelbſt wahrhaft ergrimmt.— Hab' ich doch dem Schalk mit ſeinem angeblich zeitgemäßen Unternehmen gleich nichts Gutes zugetraut! rief er aus. Welche Ab⸗ ſichten er hat, iſt mir noch nicht ganz klar; aber ſeine Reden ſind zweideutig und voll ſataniſcher Kniffe. In⸗ dem er gegen die Revolution eifert, flößt er unvermerkt ſeinen Zuhörern, wenigſtens den andächtigen darunter, Koenig, Clubiſten in Mainz. II. 24


