Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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jenem Abende gedenken, da Forſter ſich durch begeiſterte Worte für das Wohl der Welt über ſeinen häuslichen Schmerz er⸗ hoben hatte. Wirklich ſchien auch der arme Freund ſchon von ſeiner alten Lebensweiſe abzuweichen. Er war zur Theeſtunde ſeltener da, oder kam doch zu ſpät; weil er gegen ſeine frühere Gewohnheit um dieſe Zeit die Leſe⸗ geſellſchaft beſuchte und öfter mit Männern verkehrte, mit denen er ſeither wenig Umgang gepflogen. In ſeiner per⸗

ſönlichen Erſcheinung zwar hatte ſich nichts verändert:

Forſter war noch der ſauber und ſorgfältig gekleidete Mann von feinem Anſtand und ſicherem Benehmen, be⸗ ſcheiden gegen Männer und geſittet gegen die Frauen. Nur in ſeinem Benehmen gegen Thereſen und den von Dresden wiedergekehrten Hausfreund Huber ſchimmerte ſo zu ſagen ein neuer Farbenton des Gefühls und des Be⸗ tragens. Wie hätte der junge Freund einen ſo tiefen und geheimen Seelenzuſtand verſtehen können?— Es war eine zarte Höflichkeit, wenn man ſo ſagen darf— eine Höflichkeit des Herzens, das ſeinen Verluſt lebhafter, als ſein erlittenes Unrecht fühlt; das erhaben über dem Argwohn des Gemeinen, ſich doch vor der hohen Frei⸗ heit der Liebe demüthigt; das zwiſchen ſeiner holden Ver⸗ gangenheit und ſeiner verarmenden Zukunft bangt, bereit, auf den Schatz der Liebe zu verzichten, nur um die ſüße Gewohnheit der traulichſten Freundſchaft nicht zu ent⸗ behren.

Für einen Mann wie Forſter gab es nichts menſch⸗ lich Heiligeres, als dies Geheimniß ſeines Hauſes und ſeines Herzens, das er keinem Freunde, ja keinem Bruder auch nur einen Augenblick hätte aufdecken mögen. Ob