Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſorgenvollen Anliegens und ihres Oheims erwähnen wollte. Sie nahm ſchnell ihr früheres Kaufgeſchäft zur Ausflucht und ließ ein Wort von Kaufſchillingsreſt und Zahlungstermin fallen, hocherröthend, wie ſie bedachte, daß ihr Mann bei dieſer Unwahrheit als unzuverläſſiger Bezahler erſcheinen könnte.— Fides bemerkte dieſe See⸗ lenbewegung nicht; auch ſie hatte des Barons wegen zu verheimlichen, und beide ehrlichen Herzen, ſo vertrauens⸗ voll zu einander hingezogen, hielten gerade mit den Ge⸗ heimniſſen zurück, in denen ſie ſich auf gleichem Wohl⸗ wollen für denſelben theuern Freund hätten begegnen ſollen.

Füde erinnerte daran, wie ſchwer der Baron jetzt in ſeiner Wohnung zu treffen ſein werde, da er als Regie⸗ rungsrath und Kammerherr während der Anweſenheit der hohen Herrſchaften gewiß um den Kurfürſten viel zu thun habe.— In fortgeſetztem Geſpräch erfuhr ſte, daß Ger— trud über des Barons Verhältniſſe ſehr unterrichtet war, und da ſie dabei ihre lebhafte Theilnahme nicht zurück⸗ hielt; ſo berief ſich die etwas befangene Frau für ihre weiteren Mittheilungen auf die Unterhaltungen, die ihr Oheim mit dem Pfarrer Chambion über den Baron ge⸗ habt hätten; wobei ſie jedoch zu ihrer heimlichen Herzens⸗ erleichterung auch manches, was ſte aus Garzweiler's Fie⸗ berträumen wußte, mit einfließen ließ.— Mit der Ver⸗ lobung des jungen gnädigen Herrn ſoll es eine eigene Bewandtniß haben, ſagte ſie; man weiß davon, aber das verlobte Paar geſteht nichts ein. Die Gräfin Coudenhove ſoll Schuld ſein, und der Baron mit dieſer Dame gar nicht hell ſtehen. Deſto herzlicher aber mit der ſchönen