Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Siebentes Kapitel.

Bis die Sachen des geiſtlichen Raths herbeigeſchafft wur⸗ den und Frau Gertrud zurückkam, kleidete ſich Fides von der Reiſe um, und ſuchte ſich wieder heimiſch einzurichten. Sie entſchlug ſich der Empfindungen und Erinnerungen, die aus den Ecken ihres Manſardſtübchens lebhaft genug auf ſie eindrangen. Der Tag und das Haus foderten ihr Recht; auch blieb ihr die Angelegenheit der fremden Frau zu nahe an der Seite. Fides hatte inzwiſchen am Krankenlager der Tante und im geſellſchaftlichen Verkehr gelernt, ſowol auf die Bedürfniſſe ihrer Umgebung, als auf das ſo mannichfaltige Thun und Laſſen der Menſchen zu achten. Frau Gertrud intereſſirte ſie. Die hübſche Erſcheinung, ein guter Verſtand und edler Sinn gefielen ihr gar wohl; um ſo mehr befremdete eine geheimnißvolle Trauer, die über das Benehmen der wackern Frau wie hingehaucht erſchien,— eine Schwermuth, die ſonſt Leu⸗ ten aus dieſem Stand und von ſo geſundem, entſchloſſe⸗ nem Weſen nicht eigen zu ſein pflegt.

Die Sachen, die Frau Gertrud überlieferte, wurden im Manſardzimmerchen untergebracht. Fides verſchloß die ſchwere Schatulle in einem Kleiderſchranke, ſtellte die Schubkiſte mit den Schriften unter den mit einem leichten Teppich umhangenen Tiſch, und betrachtete aufmerkſam das ziemlich vergriffene Buch, das in rothem Saffian aus