Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5⁵

liegt, ſollte dir ein Licht aufgehen über deine heimlichen Clubiſtenträume, guter, ehrlicher Felir! Ich bitte dich um des Himmels willen, ſetze meinem Mädchen nichts derglei⸗ chen in den Kopf! Ich bin froh, daß ich ihr die Nach⸗ richt von des Barons Verlobung beigebracht habe.

Nun? Wie hat ſie's aufgenommen? fragte Blau begierig.

Im erſten Augenblick erſchrak ſie, antwortete Erasmus. Dann lächelte ſie geheimnißvoll, als ob ſie das Alles beſſer wiſſe. Nun endlich iſt ſie auf die eigenthümliche Ergebung gekommen, daß ſie ſich die höchſte Vorſtellung

von der Braut macht,— wie gebildet und liebenswürdig, wie hoch- und edelgeſinnt ſie ſein müſſe, da der Baron ſie gewählt habe.— Wenn ſie nur keine Coudenhove

wäre! habe ich ihr eingewendet; doch Fides meint, die Braut ſelbſt könne unmöglich coudenhoviſch ſein, weil ſonſt Franz Karl ſie nicht gewählt hätte; ob aber die Gräfin nicht das Glück des edeln Paares ſtören könnte—? Dieſer Zwei⸗ fel ſcheint jetzt mein Kind zu beſchäftigen und ihm heim⸗ liche Sorge zu machen.

Gut! fiel Blau ein. Laß immerhin ſolche Zweifel ihr Herz beſchäftigen! Das gibt ihrer Seele eine edle Richtung nach außen, darin ſie von ihrer Trauer geneſt. Hoffen wir, daß Fides in ſolcher reinen, uneigennützigen Sorge um des Barons Glück und Zukunft das eigene Leid zuſetzen und verſchmelzen werde!