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für eine Nacht oder zwei für ſie einzurichten, und öffnete, ſobald ſie ſich allein ſah, die Behälter, zu denen ſie die Anweiſung und die Schlüſſel hatte. Die bezeichneten Ge⸗ genſtände fanden ſich alle vor, darunter eine gewichtige Schatulle verſchloſſen, eine Kiſte mit Schriften und ein rothes Buch in ſchwarzem Futteral. Dieſe Sachen ſollten ohne Verzug aus dem Hauſe geſchafft werden. Gertrud aber, mißtrauiſch gegen Urſel geworden, hatte Bedenken, es durch die Magd thun zu laſſen; ſie hielt Beide nicht für zuverläſſig und verſchwiegen genug. Sie verhüllte und verſchloß daher die Sachen, und eilte fort, Lennig's Wohnung zu ſuchen.
Auch hier im bekannten kleinen Haus an der Umbach kam der betrübten Frau, wie allerwärts in Mainz, eine laute Fröhlichkeit entgegen, die ihr um ſo mehr auffiel, als ſie die Farben der Trauer an Bändern und Spitzen, an Halstüchern und Flören der Hausbewohner erblickte.
Fides war nämlich dieſen Morgen erſt mit ihrem Va— ter angekommen, der ſie abgeholt hatte, und die Trauer galt der in Alzenau verſtorbenen Muhme. Vater und Tochter waren noch im beſten Erzählen begriffen—, von ihrer Reiſe, von der Krönungsfeier in Frankfurt, und daß ſie einen Tag ſpäter ankämen, weil geſtern in ganz Frankfurt, wegen der Abreiſe ſo vieler Herrſchaften, um viel Geld keine Fahrgelegenheit zu haben geweſen, und das überfüllte Marktſchiff früher als ſonſt abgefahren ſei. Mutter Hildegard und Herr Felix Blau hörten wohlge⸗ fällig zu; der Hausfreund in lächelndem Erſtaunen über das blühende Ausſehen und gemeſſene Betragen der ſchö⸗ nen Fides.
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