Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Zwiſchen dies laute und frohe Fragen und Erzählen trat Frau Gertrud ein, und ward, ihres halb ländlichen, halb ſtädtiſchen Aufputzes ungeachtet, von Lennig alsbald wieder erkannt und mit Herzlichkeit empfangen. Wie ſie ihn bei Seite nahm, ihr Anliegen vorzubringen, rief Erasmus überraſcht: Was? Sie liebe, gute Frau ſind des geiſtlichen Rathes Nichte? Nun, nun, Sie ſind uns nichtsdeſtoweniger angenehm!

Gertrud ſah ihn betreten an, und Erasmus ſuchte ſein übereiltes Wort durch die höflichſte Einladung gut zu machen.— Kommen Sie doch nur mit Sack und Pack zu uns! rief er. Alle Welt hat heut Gäſte im frohen und glücklichen Mainz: ſoll denn mein Haus leer ausgehen? Seien Sie mit uns, und ſtören ſich nicht an unſere ſchwarzen Bänder und meinen Armflor. Oder— wißt ihr? Wir wollen auf die paar Tage unſere Trauer ablegen, wie's an Höfen geſchieht, wenn etwas gar zu Frohes in die Trauerzeit fällt!

Gertrud entſchuldigte ſich mit Vorkehrungen, die im Hauſe des Oheims zu treffen ſeien. Eigentlich aber hatte ſie das Bedürfniß einſamer Stunden für ihre wirkliche Trauer, die keine Abzeichen trug. Sie mußte jedoch ver⸗ ſprechen, den Tag über wiederzukommen, und beſonders am Abende die große Illumination mit anzuſehen. Dann übernahm Fides die Herbeiſchaffung der Sachen durch einen verſchwiegenen Mann aus der Nachbarſchaft.

Aber— was ſoll ich zu deiner Tochter ſagen, Freund! rief Blau, als die Frauen hinaus waren. Ich will nicht von ihrer körperlichen Entwickelung reden, das beſorgt bei einem geſunden und edeln Naturel die gute Mutter Natur: