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in die Thüre trat, erblickte ſie die ihr vom Oheim be— ſchriebene Haushälterin Urſula neben einem ältlichen Be⸗ dienten in fadenſcheiniger, hechtgrauer Livree vertraulich am gedeckten Tiſche bei Wein und Braten ſitzen. Daneben ſtand die Hausmagd, und ſchien mitgenießend das frohe Paar zu bedienen. Gertrud, die ſich nicht gleich zu er⸗ kennen gab, fand an Urſula die erwartete Schwerhörigkeit und Unterwürfigkeit nicht; vielmehr that die überraſchte Alte ſehr barſch und abweiſend; worin ſie ſich wol durch das Beiſein ihres verlobten Franz, des ſogenannten„Kna⸗ ben“, und durch das gute Glas, das leer vor ihr ſtand, beſtärken mochte. Als aber Gertrud einige nachdrückliche Worte und aus ihrem Bündel die Zimmerſchlüſſel vor⸗ brachte, änderte ſich die Scene: die Flaſche und der Bra⸗ tenteller verſchwanden mit der Magd, und Franz ſtahl ſich mit rothem Geſicht hinweg; wofür aber von der lal⸗ lenden Zunge der Jungfer Urſel geſchmeidige Worte fielen, die alten Knire ſich wieder einfanden, und das Ohr von Minute zu Minute dicker wurde.— Ach Herr Jeſus! rief ſie, nun beſinne ich mich! Von Oeſtrich! Aha und ja ſo! Eine liebe Nichte alſo! Nichts für ungut! Nach Oeſtrich, zu meinem Neffen,— habe ich den Herrn geiſtlichen Rath verſtanden, als er abreiſte. Ich höre freilich nicht gut, beſonders bei Regenwetter. Ich hatte die Ehre noch nicht, Mademoiſelle! Aber die heimlichen Briefchen, ja die kenne ich, und habe ſie ſtets pünktlich beſorgt!
Dieſe Worte, von zweideutigem Lächeln begleitet, be⸗ rührten eine friſchwunde Stelle des Herzens. Gertrude wendete ſich ab, und Urſel eilte vorauf, den Weg zu den Zimmern zu zeigen. Gertrud befahl, das Gaſtzimmer
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