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dem Gaſthofe zu den drei Kronen zwiſchen den ab- und zufahrenden ECquipagen in die ſtillere Quintinsgaſſe ge⸗ rettet. Am Ende derſelben ſtand das Portal der Quin⸗ tinskirche offen. Gertrud gehörte nicht zu den kirchenfro⸗ hen, betſeligen Frauen; doch heut' fühlte ſie ſich dahin getrieben. Das Geſchäft und die Umgebung, ja ſie ſelbſt war ſich fremd. Rath und Muth, die ſie ſonſt im eige— nen Herzen zu finden gewohnt war, ſuchte ſie jetzt auf den ausgetretenen Stufen eines Altars. Dieſe Stille und Kühle einer heiligen Stätte, das Dämmerlicht und der zurückgebliebene Weihrauchduft ſtimmten zu einer Samm⸗ lung und Feier des Gemüths, worin ihr bald auch eine gute Eingebung zu Theil wurde. Erasmus Lennig fiel ihr ein, den ſie vom Ankaufe des Weinbergſtücks her als einen heiteren, wohlgeſinnten Mann kannte. Bei ihm wollte ſie des Oheims Sachen in Verwahrung geben, und dann war kein Bedenken dabei, für ihre Perſon in der Wohnung des geiſtlichen Herrn zu bleiben, wo jetzt nur eine alte Haushälterin mit einer Magd hauſte. Of⸗ fenbar hatte der Oheim dies nur nicht gewollt, damit die gefährdeten Sachen nicht im Hauſe blieben und doch auch wohl behütet wären.
Raſch entſchloſſen, muthig geſtimmt, eilte Gertrud fort, und fragte ſich nach Garzweiler's Wohnung zurecht; denn früher hatte ſie den Oheim ſtets im Dienheimer Hof am Mitternachtplatze geſprochen, wo Garzweiler alle Perſonen zu empfangeu pflegte, mit denen er geheim that.
Die Hausthüre, ſonſt immer verſchloſſen gehalten, war jetzt nur angelehnt. Lachende Stimmen kamen aus der offenen Geſindeſtube des Erdgeſchoſſes, und wie Gertrud
Koenig, Clubiſten in Mainz. II. 4


