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ihre Aufmerkſamkeit auf ſich. Sie hörte von nichts, als dem zahlloſen Beſuch und den prächtigen Feſten dieſer Tage. Wol zehntauſend Fremde ſollten jetzt in Mainz ſein; jedes Stüͤbchen in den Gaſthäuſern wäre für Prin⸗ zen und Grafen in Beſchlag genommen, für welche die fürſtlichen Gebäude nicht Raum genug gehabt hüätten. Dort im rothen Reſidenzſchloſſe wohne der junge Kaiſer mit der Kaiſerin; der König von Preußen und der große Feldherr, Herzog von Braunſchweig, hätten die Favorite bezogen; der Kronprinz von Preußen ſei im ſchönen Hauſe auf der Citadelle eingekehrt; im deutſchen Hauſe neben dem Schloß habe der Kurfürſt von Köln Unterkommen gefunden; den von Trier habe der oſtheimer Hof aufge⸗ nommen u. ſ. w. Man rühmte es, daß der Adel dies⸗ mal den Fürſtlichkeiten, den fremden Miniſtern und Gene⸗ ralen ſo freundlich entgegengekommen ſei; ließ aber auch den Bürgern Gerechtigkeit widerfahren, die ſich durch gaſt⸗ freundliche Aufnahme der Fremden und Reiſenden einer ihrer Stadt zu Theil gewordenen hohen Ehre würdig zu machen ſuchten.
Dieſe Neuigkeiten waren für Gertrud wenig ermun⸗ ternd. Wo ſollte ſie nun unterkommen, und die nöthige Beihülfe der Menſchen finden? Alles ſchien nur Sinn für Fürſten und Feſtlichkeiten zu haben: wer wollte ſich um ein ſo geringes Anliegen bekümmern, wie es der gu⸗ ten Frau am Herzen lag, und das doch unter dieſer gro⸗ ßen Bewegung gar nichts von ſeiner Wichtigkeit für ſie ſelbſt verlor. 1
Mit dieſer Ueberlegung war ſie durch das Eiſenthor auf den ſogenannten Brand gelangt und hatte ſich vor


