Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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46 ihr Hausweſen kam ihr noch ein ermunternder Gedanke. Sie wollte in Mainz den Baron Franz Karl aufſuchen und ihn, mit aller Schonung des Oheims, vor Gefahren warnen, die ihm von böswilligen Menſchen drohten. Sie glaubte ihm die leidigen Gegenſtände der Beſorgniß hin⸗ länglich bezeichnen zu können.

Mit dieſem heimlichen Muth und mit ſchriftlichen No⸗ tizen, die ſie beim Abſchied von Garzweiler empfing, fuhr Gertrud in der Frühe des anderen Tages mit einem alten Einſpänner des Pfarrers Chambion aus Oeſtrich, und kam bei guter Zeit in Caſtel an, wo ſie zur Erſparung des Brückenzolles von ihrem Fuhrwerke vor dem Zollhauſe abſtieg, um mit ihrem kleinen Bündel über die Schiff⸗ brücke zu gehen.

Sechstes Kapitel.

Es war der Tag nach dem Einzuge des neugekrönten Kaiſers Franz und der übrigen hohen Häupter und Fürſt⸗ lichkeiten, die von Frankfurt herüber der Einladung des Kurfürſten gefolgt waren. Schon am frühen Morgen wimmelte die Schiffbrücke von feſttäglich gekleideten Men⸗ ſchen, Einheimiſchen und Fremden, ſo daß Gertrud am Zollhauſe, wo ſich Alles zur Erlegung des Brücken⸗ Kreuzers zuſammendrängte, mit in den Strom der Menge gezogen wurde. Auf der Brücke blieb ſie, an das Ge⸗