Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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42² behauptete, um ſeiner unbeherrſchten Wuth und Verzweif⸗ lung nicht eingeſtändig zu ſein.

Das Uebel bedurfte großer Sorgfalt, um es nicht ins Gefährliche ausarten zu laſſen. In Folge der Durch⸗ näſſung kam rheumatiſches Fieber dazu. Der Kranke hatte unruhige Nächte, in denen er aus Fieberträumen laut ſprach. Seine despotiſch unterdrückten Empfindungen em⸗ pörten ſich jetzt im Zuſtande ſeiner Schwäche, und trieben es, wie es auch in andern revolutionairen Zuſtänden zu gehen pflegt, ins Wilde. Mit den Erinnerungen an ſeine Ver⸗ gangenheit vermiſchten ſich die Empfindungen des verun⸗ glückten Abends. Es waren ja die nächſten und am tief⸗ ſten aufgeregten Anliegen ſeiner Seele. Ein verſteckter Haß gegen Franz Karl verrieth ſich dabei, offenbar aus der falſchen Vorausſetzung entſprungen, der Baron kenne Gertrudens Herkommen.

In dieſem Zuſtande ſeines Gemüthes bewachte die kummervolle Frau mit wahrer Seelenqual die Fieberphan⸗ taſten des Schlummernden. Vor jedem Wort entſetzt, das der Träumende ausſtieß, lauſchte ſie doch geſpannt, um ja keines zu verlieren. Es trieb ſie, das zu errathen, was ſie um jeden Preis nicht hätte ahnen mögen.— Es gibt ſolche Geheimniſſe des Unglücks, die man, wenn ſie laut werden, begierig an ſich reißt, nur um ſie eiligſt wieder zu erſticken. Darum geſtattete Gertrud in ſolchen Fieberſtunden Niemanden den Zutritt an das Kranken⸗ bett; ſie ließ ſich in der nächtlichen Pflege niemals ablö⸗ ſen und duldete am wenigſten ihren Mann in der Nähe. Sie fieberte ſo zu ſagen ſelbſt in dem aufgeregteſten Zu⸗ ſtande der Angſt und eines tieſverheimlichten Kummers.