Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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allen Segen aus ihrem gedüngten Boden erwarten, ſetzen immer das Gemeine voraus, und können ſich in hohe, geiſtige Verhältniſſe ſchwer hineinfühlen. Man muß ih⸗ nen nichts in den Weg bringen, woran ſie ſtutzen und ſcheuen, und was ſie endlich ſchlecht auslegen.

Schlecht? Was nennſt du ſchlecht? fragte Garzweiler haſtig und ſtreng.

Werden Sie nicht böſe, liebſter, gütiger Oheim! flehte Gertrud. Ich bin auch ſo verwirrt—! Wir wol⸗ len ein andermal davon reden. Laſſen Sie uns zurück⸗ eilen. Es blitzt ſo heftig; das Gewitter kommt zurück.

Laß es kommen! erwiderte er noch heftiger. Wir müſſen ausreden, da wir einmal ſo weit geſprochen ha⸗ ben. Und du zuerſt! Sag', wie du's meinſt, wie du mich verſtanden haſt, und warum du— 2

Ach, lieber Oheim! erklärte Gertrud dringend,— ich meine nur, wir wollen die Menſchen nicht irre machen über das anerkannte Verhältniß, in welchem wir ſtehen, und das tief und innig genug iſt für eine Fülle von Glück und reiner Liebe. Geben Sie nicht, indem Sie an dieſem wahren und friedlichen Zuſtand rücken und ändern wollen, Ihren eignen ſtolzen Namen und unſere harm⸗ loſe Hütte dem Spott und Gerede der Menſchen Preis! Ich bin Ihre Nichte und habe Sie ſtets kindlich geliebt, dankbar für all' die Sorge und Güte, die Sie meiner ſeligen Mutter und mir von Kindesbeinen auf erwieſen haben. Wozu ſoll ich nun mehr ſcheinen, als ich Ihnen bin? Und dieſer Schein— wie leicht könnte er unſer Glück zerſtören und mir allen Lebensmuth und frohen Sinn nehmen, wenn er mir den unglücklichen Verdacht