Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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Mann ſelbſt, und er rief lebhaft aus: Sieh',— ja das war's, Gertrud, das eben wollt' ich dir vorſchlagen! Aber,— du biſt ganz blaß geworden, und zitterſt? Nun ja, ſei gut, faſſe dich, nimm's recht lieb auf! O du meine liebe Tochter!

Bei dieſem Ausrufe, womit er Alles ausgeſprochen zu haben glaubte, ſchlug Garzweiler beide flachen Hände vor die Augen. Eine Stille entſtand, während welcher die untergehende Sonne, noch einmal hervorbrechend, mit grellem Schein in das tiefſchwarze Gewölk leuchtete, das ſich über dem nahen Walde zuſammenzog. Gertrud brach zuerſt das Schweigen. Angſt oder Ahnung gaben ihren Worten eine gewiſſe Heftigkeit.— Warum wollen Sie das, lieber Oheim? ſagte ſite. Onkel und Nichte iſt ein ſo ſchoͤnes Verhältniß vor der Welt. Niemand wird be⸗ greifen, daß ein Geiſtlicher, der keine Kinder haben darf, Jemand an Kindesſtatt annehmen will. Und wenn Sie dürften, und wenn es ſich ſchickte: ſo hätten Sie es nicht nöthig, um ſich unſeres Glückes mitzufreuen; ja, es wäre für Sie und für uns höchſt bedenklich.

Garzweiler ſah nun ein, daß er doch nicht verſtanden worden, und fühlte ſich auf das tiefſte gekränkt, um ſo mehr, als er der verſtändigen Frau mit ihrer Einrede gegen ſeinen ungereimten Vorſchlag nicht Unrecht geben konnte. In dieſem Verdruß brachte er nur einzelne weg⸗ werfende Worte vor, worauf Gertrud mit vieler Wärme erwiderte:.

Ach, lieber Herr Oheim, man muß den Menſchen, den gemeinen Leuten, keine Familien⸗Räthſel aufgeben. Dieſe Bauern, die all' ihre Sorgen auf die Erde wenden,