Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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33.

üble Vorbedeutung ſein? Ein ſchweres Gewitter drohte überdies vom Rhein herüber und er kehrte, ſtatt dem Freunde nachzugehen, unverrichteter Dinge wieder auf ſein Zimmer zurück.

Hier blätterte er, ſich zu zerſtreuen, in einer mitge⸗ brachten Broſchüre, die damals viel Aufſehen machte, —„Die Erwartungen Deutſchlands“ betitelt. Ueber den Verfaſſer dieſer Schrift wurde viel geräthſelt; bald wurde Moſer, bald der Coadjutor Dalberg in Erfurt, von Vie⸗ len Otto von Gemmingen, von Andern ſelbſt der Herzog von Weimar als ſolcher bezeichnet. Soviel blieb gewiß, daß ſie das Publikum eben ſo lebhaft entzückte, als ſie in den Kreiſen der Reichsgeſandten zu Regensburg übel berufen war.

Während dieſes Blätterns und leſenden Naſchens ver⸗ zog ſich fern murrend das Wetter mit einem Strichregen; die Sonne brach durch das Gewölk, und fiel in die vor⸗ dere Manſarde, wo der Pater ſaß. Ein neuer Muth kam mit dieſer Heiterkeit in ſein Herz. Er nahm ſich vor, nun doch lieber ſelbſt mit der Tochter zu reden, und gab ſich ordentlich das Wort darauf, um nicht wieder reuig zu werden.

In dieſem Augenblick öffnete wie verhängnißvoll Ger⸗ trud die Thüre mit dem freundlichen Vorſchlag, etwas früher zu eſſen, und einen Abendgang zu thun, da es ſo ungemein lieblich im Freien ſei.

Ja, ja! rief Garzweiler vergnügt. Das ſpricht ja der Himmel aus dir, mein Kind. Doch laß uns ohne deinen Mann gehen, Gertrud; denn ich habe dir etwas

Vertrauliches mitzutheilen. Koenig, Clubiſten in Mainz. II. 3