Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſtens die Ausſteuer aus Landesgeldern nicht mißfallen laſſen.

Was das für Menſchen ſind! rief der Pfarrer aus. Wenn es nun der Baron dereinſt erführe? Auf welch' unglücklichen Würfel hat dieſe Gräfin das Glück ihrer Nichte aus falſcher Liebe für ſie geſetzt!——

Die Sonne war im Untergehen und Garzweiler erhob ſich zur Rückkehr.— Höre! fuhr Chambion fort, du

ſchätzeſt den jungen Herrn, du biſt ein Freund der Fami⸗

lie: du mußt ihm einen Wink geben, oder eine ordent⸗ liche Eröffnung machen.

Garzweiler ſchüttelte den Kopf.— Und wenn mich der Baron fragte, wie ich zu den geheimen Einblicken gekommen? ſagte er. Und wenn ich ihm Beweiſe liefern

ſollte? Bedenke nur, daß er liebt, und daß er meine Wahrheit nur mit ſeiner Liebe bezahlen kann! Nein, nein! Ich darf mein geiſtliches Anſehen ſo nicht bloß⸗

ſtellen. Meine Freundſchaft für ihn würde zu viel koſten!

Chambion, wenn er weniger ehrlich geweſen wäre, hätte aus Garzweiler's ſchalkhaftem Lächeln errathen kön⸗ nen, daß der Pater dennoch einen ſo hohen Preis unter Umſtänden nicht ſcheuen würde, den jungen Baron damit zu gewinnen, oder daß er nur eine Gelegenheit zu ſeiner Mittheilung abwarte..

Unter ſolchen Geſprächen wandelten ſie in der Abend⸗ dämmerung zurück. Der joviale Pfarrer hatte ſein Räuſch⸗ chen mit einer ernſten Stimmung vertauſcht und machte trübſelige Betrachtungen über die inneren Zuſtände von Mainz. Garzweiler lächelte dazu, und rief endlich aus: