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habe ich nicht erfahren können. Vielleicht war ſie auch bis auf einen gewiſſen Grad aufrichtig gegen ihn,— etwa mit der Beſorgniß, die gottloſen Mainzer könnten ſeine Beförderung für ein Werk der Gräfin und ſeine Liebe zu ihrer Nichte für ſein einziges Verdienſt erklären. So'was war ſchon genug, den ſtolzen Franz Karl zu beſtimmen. Kurz, ſie müſſen noch denſelben Tag ſich ver⸗ ſtändigt haben; denn ſchon des andern Morgens nach der gewöhnlichen Siebenuhrmeſſe des Kurfürſten eröffnete ihm die Gräfin ihre Bedenken und des Barons Wunſch. Der alte Herr gab ihr Recht; da er aber in der kindiſchen Stimmung, die manchmal ſein zwei bis dreiundſiebenzig⸗ ſtes Jahr überſchleicht, ſchon Abends zuvor beim Ausklei⸗ den gegen den vertrauten Kammerdiener geplaudert hatte: ſo wurde dieſer gleich herbeigerufen und auf's ſtrengſte verwarnt. Dies geſchah gerade, als er mir eben auf dem Corridor die ganze Geſchichte berichtet hatte; mithin etwas zu ſpät. Doch habe ich die Sache geheim gehalten und nur in mein rothes Buch eingetragen. Etwas davon muß indeſſen ausgekommen und ein Räthſel der vornehmen Ge⸗ ſellſchaft geworden ſein; auf welchen Wegen— hat mich weiter nicht bekümmert.
Und der Baron weiß alſo nichts von dem Schleich⸗ wege ſeiner Verlobung, von der Quelle der Ausſteuer ſeiner Braut, kurz, von der ganzen heilloſen Intrigue? fragte Chambion erſtaunt.
Keine Sylbe! antwortete Garzweiler. Bei ihm darf man ſagen: er iſt der Getäuſchte; denn ein Anderer, von weniger edelm Stolze, als ich den Baron kenne, würde es vielleicht anders aufnehmen und ſich wenig⸗


