Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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27 brun? Wir wurden geſtern geſtört. Du erzählteſt mir von dieſer fatalen Verlobung vor dem Kurfürſten; aber es iſt ja doch nichts bekannt davon, daß er Bräutigam wäre; man munkelt nur davon, und räthſelt darüber in Mainz, wie ich höre. Er war auch ſeitdem hier auf ſeiner Beſitzung; wir haben ihm gratulirt: aber er hat es lächelnd abgelehnt.—

Garzweiler, froh den luſtigen Freund, deſſen flüchti⸗ ger Rauſch eben nachließ, von einem ſo verlegenen Ge⸗ heimniß abgebracht zu haben, ließ ſich willig finden, ihm die ſonderbare Verlobungsgeſchichte Franz Karl's auszu⸗ erzählen. Am Saume des Waldes ſtreckten ſich Beide auf einem Raſenhang im Schatten einer alten Eiche hin, die ihre knorrigen Wurzeln über den Fußweg und weit um⸗ her aus dem Boden getrieben hatte. Die Sonne neigte ſich; der Wald flüſterte mit erquickendem Hauch, und das weite Rheinthal ruhte tief unter ihnen mit bezaubernden Abendlichtern. Eine ſchalkhafte Laune, eine leichte Eitel⸗ keit auf ſeine geheimen Verbindungen und Kunſtgriffe überkam den Pater, als er zu ſeiner Erzählung über⸗ ging:—

Ich ſagte dir[doch, daß es ein echter Apriltag war, als der gute Baron Franz Karl vor dem fürſtlichen Po⸗ dagra mit einer Braut überraſcht wurde. Dieſer April⸗ wechſel ergriff auch die Seele der Gräfin Coudenhove. Oder es ging ihr vielmehr, wie es leidenſchaftlichen Men⸗ ſchen geht, die, ohne rechts und links umzuſchauen, nach einem Ziele jagen: wenn ſie es erreicht haben, ſehen ſie oft zu ſpät ein, wie und wo ſie ſich übereilten. So mochte der befriedigten Dame, als ſie das entzückte junge