Teil eines Werkes 
Bd. 8Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 2 (1857)
Entstehung
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ſchweigſam; wobei er die Augen bald ſchloß für die in⸗ neren Zauber der Phantaſie, bald wieder aufſchlug für die Reize der Natur. Endlich hob er ein munteres Ge⸗ ſpräch mit Jean Baptiſt an. Du wärſt wol jetzt auch lieber droben geblieben, nicht wahr? ſagte er.

Ei warum, Herr geiſtlicher Rath? fragte der junge Schiffer.

Je nun, Jean Baptiſt, jetzt geht die große Bewe⸗ gung nach Frankfurt an. Die zwanzig Staatswagen des Kurfürſten ſtehen bereit, und jeden Tag kann der Hof aufbrechen.

Was ſoll ich damit, Herr geiſtlicher Rath? Geht das nicht Alles über die Schiffbrücke? Dabei fällt für uns Schiffiſchen nichts ab; jetzt fiſchen die Hauderer. Sie wiſſen ja, wenn der Kurfürſt nach Frankfurt kömmt, und ins Kompoſtell einfährt, geht das Kanoniren los. Wir haben jetzt frankfurter Wind, und die dumpfen Ka⸗ nonenſchläge werden den Mainzern in die Beine fahren. Alles will dann hinauf. Wo nur eine alte, lahme Ka⸗ leſche im Winkel ſteckt, wird ſie hervorgezogen, geflickt und eingeſchmiert. Mich dauern nur die armen Hauderer⸗ gäule: die haben zwei ſchlimme Wochen. Sonnabend den Iten Juli iſt der Wahltag, und Sonnabend den 14ten die Krönung. Was weerden ſich die frankfurter Schickſelchen freuen, daß es juſt allemal Schabbes iſt! Aber es ſind auch zwei Wochenmärkte für die frankfurter Bürger! Ich will nichts ſagen von den vielen fremden Artikeln, die zu Markte kommen, ich meine die Gäſte aus aller Herren Ländern; aber denken Sie nur, was an Fürſten und Grafen, an Diplomaten und Prälaten für ſchwere Zufuhr