Teil eines Werkes 
Bd. 7Die Clubisten in Mainz : ein Roman in drei Theilen : Th. 1 (1857)
Entstehung
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wie ſie einander anlächelten. Der Graf von Walderdorf K behielt noch die beſte Haltung, und ſprach mit Einſicht N und Verſtand über die Verhältniſſe, mit denen er durch dieſe Sendung in Berührung geſetzt würde. Die beiden Andern thaten verſchiedene Fragen über die Zeit ihrer Reiſe, über die Zahl ihres Gefolges u. dgl. Zuletzt em⸗ pfahlen ſich alle Drei mit Worten des Dankes und mit Verſicherungen der Ergebenheit; worauf ihnen der Kurfürſt noch nachrief: Sie werden mir an den Ehrengeſchenken, die Sie mitbringen, nachweiſen, wie ſchwer oder leicht Sie den Höfen imponirt haben. Sparen Sie ja nichts! Das goldene Mainz muß diesmal glänzen. Es wird freilich einen Riß in unſere Finanzen machen; aber das Land iſt es ſich ſchuldig. Wir ökonomiſiren dann auch wieder!

Nach dem Abgang der Herren kam die Gräfin lachend zum Vorſchein. Sie haben die rechten Leute getroffen! rief ſie.

Ich denk's! antwortete zunickend der Fürſt. Ich habe ihnen ſo viel Schönes geſagt, daß ſie ſich einſtweilen im Kopfnicken üben konnten, um zu meinen Geldforderungen im Kapitel lebhaft Ja zu ſagen. Sie werden ſich nun wol im eigenen Intereſſe um eine Majorität für meine Vor⸗ ſchläge im Kapitel bemühen.

Und was es für eine Unruhe in der Stadt abſetzen wird! lachte die ſchöne Frau. Bis die Herren zu all' ihren Bekannten fahren, um ihr Pfauenrad zu ſchlagen! Und das Rennen und Laufen und Scherwenzeln der Gra⸗ tulanten und Derer, die mitgenommen ſein wollen!

Es wird ihnen nicht an Gefolge fehlen und an guten

Leuten! meinte der alte Herr.